#09 TRANSFORMATION HACK


Better done than perfect ist einer meiner Lieblingshacks. Es mag daran liegen, dass Perfektionismus nicht grade zu meinen Stärken zählt, aber das ist nicht alles.


Für mich bedeutet "better done than perfect" so viel mehr als die berühmte 80:20 Regel. Diese Regel, auch Pareto-Prinzip (nach Vilfredo Pareto) genannt, sagt dass 80% der Ergebnisse mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20% der Ergebnisse erfordern 80% des Gesamtaufwandes. Wenn man also von einem perfekten Ergebnis ausgeht, benötigt man auch immer sehr viel Aufwand. Wenn man aber am Anfang eines Projekts noch nicht weiß, ob das Endresultat in der ursprünglich geplanten Version wirklich die sinnvollste Lösung ist, macht Perfektionismus an dieser Stelle keinen Sinn.


Für mich bedeutet aber "better done than perfect" auch, eigenverantwortlich Entscheidungen treffen. Grade im Unternehmenskontext erlebe ich es oft, dass es so viele Schleifen gibt, um sich abzusichern. Keiner möchte selbst etwas entscheiden und die Verantwortung für seine Entscheidungen treffen, was sicher auch oft an einer schlechten Fehlerkultur liegt. Sicher gibt es Regeln, aber grade in Transformations-Prozessen geht es ja darum, dass Dinge anders gemacht werden als bisher und keiner weiß, wie es richtig geht.

Wie ich gelernt habe, gibt es im Ausland den Begriff "german angst". Wir versichern uns gegen alles - ziehen alles in Erwägung, machen Risiko- und Notfallpläne. Ich finde Risikomanagement wichtig. Aber wenn es uns hemmt, überhaupt etwas auszuprobieren, geht es zu weit. Dann wird aus Risikomanagement ein Problematisieren.


Der TRANSFORMATION HACK FOR REAL LEADERS #09 lautet: "Better done than perfect" - Wer nur die bekannten, bewährten Wege geht, ist nicht innovativ. Ich bin sicher, wenn Mitarbeitende gute, durchdachte Gründe haben, die zu einer sinnvollen Entscheidung führen (siehe dazu auch #8 Transformation Hack), wird jede gute Führungskraft dies positiv bewerten - auch wenn vorher nicht erst zehn Unterschriften eingeholt wurden. Ich halte mich hier oft an den Spruch "wer lange fragt, geht lange irr". Die Quelle kenne ich leider nicht, aber ich stelle fest, diese Weisheit hat ihren Kern.

Mit Blick auf unterschiedliche interne politische Gegebenheiten, plädiere ich bei diesem Hack sehr dafür, mit etwas Fingerspitzengefühl vorzugehen. Schaffe ich es als (formeller oder informeller) leader, mein Umfeld durch eine offene Lernhaltung zum aktiv werden anzustiften, steht einer Innovation nichts im Weg. Und für die etwaigen Fehler oder Probleme die da kommen wollen: We will cross the bridge when we get to!

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